Die Zukunft der Roboter könnte im Netz liegen. Zu mindestens wenn es nach den Ansichten der Forscher von der Universität in Eindhoven geht. Die Idee der Forscher besteht darin, für Roboter eine eigene Wissensdatenbank mit dem Namen „RoboEarth“ zu schaffen, ähnlich dem Modell der Wikipedia. In dieser Wissensdatenbank sollen sich in Zukunft alle Erfahrungen von Robotern wiederfinden. Andere Roboter können anschließend auf die Informationen von „RoboEarth“ zugreifen und eigene Erkenntnisse in der Datenbank speichern. Mit der Zeit soll dadurch ein internationaler Erfahrungsschatz an Informationen aufgebaut werden, der es Robotern ermöglichen soll, sich in unserer Welt besser zurecht zu finden.
Das Projekt „RoboEarth“, das von der EU gefördert wird, entsteht derzeit an der Universität in Eindhoven. Vor wenigen Tagen präsentierten die Forscher ein erstes Video, in dem ein Serviceroboter einem Patienten ein Getränk organisierte. Wie die Datenbank zukünftig allen Robotern nützen könnte, darüber berichtete Markus Weibel auf spectrum.ieee.org. Jedoch gibt es auch für Kenner der Robotik genügend andere Beispiele, welchen Nutzen Roboterprojekte weltweit aus dieser Datenbank ziehen könnten.
Ein Beispiel wäre der PR2, der derzeit nach einem ähnlichen Prinzip programmiert wird. Der Roboter befindet sich derzeit weltweit an verschiedenen Universitäten im Einsatz. An diesen werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Roboters neu entdeckt und verbessert. Die Ergebnisse der Arbeiten werden anschließend anderen Teams zur Verfügung gestellt, um deren Forschungsarbeiten schneller voranzubringen. Ein weiteres Beispiel ist der Roboterhund von Boston Dynamics. Dieser Roboterhund lernt mit der Zeit sich in einem unbekannten Gelände besser zurecht zu finden.
Beide Roboter verbessern somit ihr Basiswissen immer weiter. Allerdings erfolgt zwischen den beiden Robotern kein Austausch der Informationen. Die Datenbank „RoboEarth“ aus Eindhoven soll dies in Zukunft ermöglichen. Dann könnten der Roboterhund und der PR2 auf weitere Informationen zurück greifen. Der Roboterhund könnte zum Beispiel anschließend schneller unbekannte Objekte identifizieren und weiß darauf hin, wie er diese überwältigen kann. Und auch der PR2 würde die vorhandenen Informationen aktiv für seine Arbeit nutzen können. Auf jeden Fall würde sich durch die Datenbank „RoboEarth“ die Forschung an Robotern in der Zukunft beschleunigen.
Quellen: spectrum.ieee.org, roboearth.org

