Roboter entschlüsseln Evolutionstheorien von William D.Hamliton

Roboter Evolutionstheorie HamiltonFür die meisten Menschen sind Roboter immer noch technische Geräte, die Menschen dabei helfen sollen, Arbeiten zu verrichten. Doch in der Zwischenzeit entwickelt sich in der Robotik ein weiterer Forschungszweig, der Roboter aktiv dazu einsetzt, Theorien zu überprüfen und Wirkungsweisen zu erkennen. Dies reicht von der Erforschung einfacher Grundlagen, wie zum Beispiel die Muskelbewegungen menschlicher Arme, bis hin zu komplexen psychischen Verhalten, wie zum Beispiel das Verhalten von autistisch veranlagten Kindern. In der Schweiz will man jetzt mit Robotern herausfinden, ob die Theorien von William D.Hamilton stimmen, der voraussagte, dass sich Schwarmvölker altruistisch verhalten, wenn durch dieses Verhalten der eigene Genpool gestärkt wird.

Die Theorien von William D.Hamilton lösten noch vor wenigen Jahrzehnten Entrüstungen der Empörung aus. Als er 1978, zehn Jahre nach seiner Doktorarbeit zu diesem Thema, an der Universität in Michigan seine Stelle als Professor antreten wollte, löste dies Proteste und Sitzstreiks der Studenten aus, die seinen Theorien nicht zustimmten. In der Zwischenzeit sind diese Theorien anerkannt und werden weltweit zitiert. Nach William D.Hamilton verzichtet in Schwarmkolonien, wie zum Beispiel den Bienen, ein Teil des Schwarms auf die Aufzucht eigener Nachkommen, wenn sie dadurch die Aufzucht der Nachkommen eines Verwanden stärken können.

Unter Vorgabe der Formel, die durch William D.Hamilton entwickelt wurde, versuchten Schweizer Forscher dieses Verhalten von Schwärmen mit Hilfe von Roboter nachzustellen. Aufgrund der Zeit, verzichteten die Schweizer dabei auf eine komplette Nachstellung der einzelnen Entwicklungsstufen, sondern nahmen die gewonnenen Erkenntnisse aus den ersten Tests, als Grundlage für weitere Berechnungen. Die Schweizer programmierten die Roboter dabei so, dass sie, sofern sich ein genetischer Vorteil ergeben würde, damit begannen verwanden Robotern zu helfen.

Als Grundlage für die Experimente diente die Suche nach Futter, die durch schwarze kleine und große Kreise symbolisiert wurde. Damit die Roboter sich auf ein altruistisches Verhalten einließen, berechnete jeder Roboter für sich den Kosten-Nutzen Aufwand und passte je nach Ergebnis sein Verhalten an. Hierfür wurde angenommen, dass die Roboter sich erst auf ein altruistisches Verhalten einlassen würden, wenn der Gesamtnutzen größer, den im Verhältnis stehendem Eigennutzen wäre. Wenn zum Beispiel ein Roboter eine Nahrungseinheit wegtransportieren kann, in Kooperation mit einem anderen Roboter sich daraus aber insgesamt drei Nahrungseinheiten ergeben würden, würde der Roboter auf die eine Nahrungseinheit verzichten, ohne zu wissen ob er von den drei Nahrungseinheiten überhaupt eine Nahrungseinheit abbekämen würde.

Laut den Forschungsergebnissen, scheinen sich die Theorien von William D.Hamilton zu bestätigen. Altruistisches Verhalten tritt dann zu Tage, wenn der gemeinsame Nutzen höher dem eigenen Nutzen ist. Ob sich dieses Verhalten auch auf den Menschen übertragen lässt, ist fraglich und sicherlich auch einer der Gründe, der damals zu den Protesten führte. Unter bestimmten Umständen kann man aber davon ausgehen, dass auch beim Menschen ein altruistisches Verhalten unter einfachen instinktiven Abwägungen ausgelöst wird.

Links: www.plosbiology.org via www.pcworld.com and www.engadget.com , wikipedia.org

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