Robotervogel NAV soll Feinde der Amis ausspionieren

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Arlington, 26.11.2011: Da werden sich die Taliban aber freuen: Jeder Vogel, der um sie herumschwirrt, könnte in naher Zukunft ein Spion der Amerikaner sein. Das “Time Magazin” hat den bei der US-Militärforschungsagentur “DARPA” in Arlington/Virginia entwickelten Robotervogel NAV alias “Hummingbird” (Kolibri) nun auf die Hitliste der 50 besten Erfindungen des Jahres gesetzt.

 

Inspiriert ist das “Nano Air Vehicle” (NAV) trotz seines vogelartigen Aussehens aber wohl eher von Insekten als von Federtieren: Es fliegt mittels hochfrequenter Flügelschläge, wie man sie von Kolibris, vor allem aber von Libellen und anderen Kerntieren kennt. Dadurch kann es sich – nach zweijähriger Entwicklungszeit voller Rückschläge auch im wörtlichen Sinne – nun sehr stabil in der Luft halten, aus dem Stand starten und landen und mit seiner eingebauten Videokamera auch erstaunlich unverwackelte Bilder liefern.

 

Mit letztem haben übrigens viele heutige Drohnen ein Problem. Einige deutsche Polizeieinheiten – unter anderem in Sachsen – nutzen ihre Drohnen daher bis heute nur sehr sporadisch und eher auf Druck vorgesetzter Politiker, da die gelieferten Wackel-Bilder oft kaum gerichtsfest verwertbar sind.

Die US-Ingenieure sehen das Kolibri-Projekt als neue Evolutionsstufe der vor Jahrzehnten bei der DARPA entwickelten “Unmanned Aerial Vehicles” (UAVs), die heute im US-Militär bereits massenhaft im Einsatz sind und einer breiteren Öffentlichkeit vor allem durch die Sci-Fi-Fernsehserie “Star Gate” bekannt wurden. “In den vergangenen zwei Jahren hat die Air Force mehr Piloten an UAVs als an Jagd- und Bomberflugzeugen ausgebildet”, hieß es in diesem Zusammenhang von der DARPA.

Auch der neue Robotervogel solle sich der zentralen Aufgabe widmen, so DARPA-Wissenschaftsdirektor Jay Schnitzer, strategische Überraschungen der US-Streitkräfte zu vermeiden. Sprich: Sie sollen vor allem Feindauflärung betreiben. Für eine wirksame Bewaffnung dürften die NAVs – anders als Drohnen beziehungsweise UAVs – hingegen einfach zu klein sein. Schießende Roboter-Kolibris bleiben der Menschheit daher wohl auch in Zukunft erspart.

Aber wenn Sie demnächst so einen brummenden Nervtöter um sich herumflattern hören: Vermeiden Sie Gespräche über Bomben und Terror oder abfällige Bemerkungen über den US-Präsidenten – ein mechanischer Agent der Amis könnte mithören! Heiko Weckbrodt

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