DARPA will kybernetischen Riesenkäfer in den Krieg schicken

Der Roboterkäfer "LS3" (ehemals "Big Dog") soll US-Soldaten im Einsatz das gepäck abnehmen und ihnen autonom folgen. Abb.: DARPA

Der Roboterkäfer "LS3" (ehemals "Big Dog") soll US-Soldaten im Einsatz das gepäck abnehmen und ihnen autonom folgen. Abb.: DARPA

Der Roboterkäfer "LS3" (ehemals "Big Dog") soll US-Soldaten im Einsatz das gepäck abnehmen und ihnen autonom folgen. Abb.: DARPA

Boston, 10.2.2012: Passt auf ihr Kinderlein, im Walde, da lauert… nein, nicht der böse graue Wolf, sondern der schwarze Cyborg-Käfer der DARPA, der euch so lange verfolgt, bis die Batterien schlapp machen! Offiziell heißt dieser Roboter-Käfer LS3 („Legged Squad Support System“) und wurde von Boston Dynamics im Auftrag der US-Rüstungsforschungsagentur DARPA entwickelt. Er soll künftig das Gepäck für amerikanische Krieger tragen, deren iPhones wieder aufladen und aufs Wort gehorchen (warten wir’s mal ab).

„Wenn erfolgreich, könnte dieses Gerät unseren Trupps einen echten Mehrwert bieten, um sie zu entlasten“, betonte Oberstleutnant Joe Hit von der US-Armee. „Der LS3 soll so reaktionsfreudig wie ein trainiertes Tier sein und dabei die Tragkraft eines Maulesels haben.“

Der LS3 geht auf den Demonstrator „Big Dog“ zurück, der bereits vor einiger Zeit gebaut wurde, um seinerzeit die technische Machbarkeit des Konzepts zu beweisen. In den nächsten 18 Monaten will die DARPA den Roboterkäfer nun zur Einsatzreife treiben. Nachdem der LS3 dieser Tage seinen ersten Außeneinsatz (siehe Video) gemeistert hat, sind ab Sommer 2012 weitere Feldtests geplant.

Roboter reagiert auf Sprachkommandos wie ein dressierter Hund

Der Schreitroboter soll bis zu 200 Kilogramm Gepäck für Marines- oder Armee-Trupps (Squads) etwa 32 Kilometer weit binnen 24 Stunden tragen können. Dabei muss er auf Sprachkommandos wie „Halt“ oder „Weiter“ reagieren. Durch seine optischen Sensoren und Bilderkennungssysteme soll er bestimmten Personen – wie etwa Gruppenführern – kilometerweit weitgehend autonom folgen können.

Hauptmotiv für die Entwicklung des Roboterkäfers war der Trend, dass viele heutige Soldaten durch ihre Panzerung und Hightech-Ausrüstung immer mehr im Felde mit sich herumschleppen, oft bis zu einem Zentner Gewicht. Darüber hinaus soll der LS3 auch als Aufladestation für die elektronische Ausrüstung der Soldaten dienen, bis hin zu deren Smartphones, die in einigen Einheiten auch für die Gefechtsfeldführung eingesetzt werden. Heiko Weckbrodt

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