Deutsche Fluid-Firma Festo baut künstliche Möwe

Keine amerikanische Terrordrohne, sondern eine künstliche Möve im Flug. Abb.: Festo

Keine amerikanische Terrordrohne, sondern eine künstliche Möve im Flug. Abb.: Festo

Esslingen/Dresden, 27.3.2012: Das Esslinger Unternehmen “Festo” hat eine künstliche Möwe gebaut, die wie ihr Vorbild in der Natur allein durch die Kraft und Ausrichtung ihres Flügelschlags autonom starten, fliegen und landen kann. Einen entsprechenden Prototypen hat die Pneumatik-Firma nun auf dem “8. Internationalen Fluidtechnischen Kolloquium” in Dresden vorgeführt.

Im Gegensatz zu klassischen Flugzeugen oder Vogelmodellen benötigt die bionische Möwe aus Karbon und Polyurethan keine starren Tragflächen oder Propeller. Der “SmartBird” schlägt vielmehr mit seinen Flügel und kann dabei verschiedene Anstellwinkel für Start und Landung einstellen. Angetrieben werden die Flügel mit ihren zwei Metern Spannweite sowie der Kopf und der Schwanz von vier Servomotoren, die wiederum von einem Lithium-Polymer-Akku gespeist werden.

Vorausgegangen waren der Konstruktion langjährige aerodynamische Studien an echten Möwen. Deren Flugmanöver werden im “SmartBird” von Mikrokontrollern berechnet, die über Zigbee-Funk das komplexe Zusammenspiel von Flügelbewegung, Flügelverdrehung und Geometrieveränderungen sowie Schwanzwinkel steuern. Die künstliche Möve kommt auf ein Gewicht von nur 485 Gramm.

Festo selbst (1,8 Mrd. € Jahresumsatz, 14.600 Mitarbeiter weltweit) bezeichnete das autonome Flugvehikel selbst als “Durchbruch für die Entschlüsselung des Vogelfluges.” Die dabei gewonnen Erkenntnisse sollen in künftige Automatisierungslösungen einfließen. Ob uns künftig also bald künstliche Spionage-Vögel umkreisen, bleibt wohl vorerst offen… Heiko Weckbrodt

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