Open Source Roboter von FreeIO – Ein Überblick

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FreeIO.org hat auf seiner Webseite derzeit eine Umfrage gestartet, in der es um Open Source Roboter geht. Die Community wird gefragt, welche Roboter sie am liebsten sehen möchte. Eine ideale Möglichkeit, um sich aktuelle Roboterprojekte mit lizenzfreier Hardware etwas näher anzusehen. Für diesen Überblick gelten bestimmte Voraussetzungen. Zum einen muss es sich um einen vollständig entwickelten mobilen Roboter handeln, die Designdokumente müssen unter freier Lizenz stehen und es muss mindestens ein funktionsfähiger Roboter entwickelt und präsentiert worden sein.

Der Sea Perch ROV Unterwasserroboter

Das Design des Unterwasserroboters wurde vom renommierten MIT entdeckt und weiterentwickelt. Der Roboter wird mit einer Fernbedienung an einem Kabel gesteuert. Heute ist der Roboter als Selbstbaukit für 143 US-Dollar erhältlich. Übrigens: An einem Wettbewerb mit dem Sea Perch ROV nahmen bereits mehr als 50.000 Schüler teil. Damit ist der Unterwasserroboter einer der weit verbreitetsten Open Source Roboter weltweit.

Kostspieliger humanoider Roboter: Das Open PINO Projekt

Bei dem Open PINO Projekt handelt es sich um eine Plattform für standardisierte humanoide Roboter. Ziel ist es, Forschung und Zusammenarbeit zu fördern. Der erste Prototyp wurde 2000 vorgestellt, er war 72 cm groß, wog 4,6 Kilogramm und konnte gehen und sich dynamisch ausbalancieren. Sowohl Chassis als auch Software wurden unter gemeinfreien Lizenzen veröffentlicht. Nur ein Jahr später entwickelt das japanische Unternehmen ZMP, Inc. Einen Bausatz des PINO Roboters. Allerdings war der Bausatz zu teuer, die Kosten beliefen sich insgesamt auf rund 30.000 US-Dollar. Eine zweite Version wurde sogar für rund 45.000 US-Dollar verkauft – das stärkte nicht gerade die Akzeptanz des humanoiden Roboters. Es scheint, als würde das PINO Projekt derzeit nicht weitergeführt werden.

Erfolgreiche Plattform für humanoide Roboter: iCub

Der humanoide Roboter mit dem griffigen Namen iCub ist ein Meter groß und entstand im RobotCub Consortium, einem Zusammenschluss verschiedener Universitäten der EU. Im Gegensatz zum PINO Projekt kann dem iCub eine deutlich bessere Akzeptanz attestiert werden. Im Jahr 2010 wurden in die Entwicklung des iCub über 8,5 Millionen Euro investiert. Zu den Besonderheiten zählen die 53 Motoren, die den Roboter antreiben. Das hat natürlich seinen Preis. Jede Einheit kostet 200.000 Euro. Die zweite Version ist in Arbeit, er soll auch ein Viertel weniger als der erste iCub kosten. Mit seinem sehr menschlichen Gesicht wirkt der iCub auch deutlich humanoider als der PINO.

Mobiler Roboter im Mini-Format: Der ePuck Roboter

Der ePuck Roboter aus der Schweiz ist simpel aufgebaut und soll in erster Linie für Bildungszwecke eingesetzt werden. Der mobile Roboter im Miniformat kostet 1.050 US-Dollar und zeichnet sich durch seine Vielzahl an Sensoren aus. Zwar ist kein Bausatz erhältlich, die Designblätter sind aber frei zugänglich.

Schwarmintelligenz beobachten: Der Jasmine Swarmrobot

Auch der Jasmine Swarmrobot ist klein, kleiner als ein Würfel mit 3 cm Seitenlänge. Er wurde speziell für die Erforschung von Schwarmbildungen und -verhalten entwickelt. Ziel ist ein kleiner Preis von rund 100 Euro pro Roboter. Auch hier sind die Roboter mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Darüber hinaus unterscheiden sie sich im Antrieb, um einen Schwarm zu imitieren. Der ursprüngliche Jasmine Swarmrobot wurde an der Universität Stuttgart entwickelt und es gibt momentan keinen Bausatz.

Roboter mit Differenzial-Getriebe: SERB

Der SERB Roboter wurde 2008 in Großbritannien entwickelt. Das Besondere an diesem Roboter ist das Acrylchassis mit den zwei großen Rädern. Der ferngesteuerte Roboter ist sogar mit Sensoren ausgestattet, die einen Aufprall registrieren können. Während anfangs Baukits erhältlich waren, sank das Interesse und das Design wird nicht länger weiterentwickelt.

Futuristische Planierraupe: veter

Der veter Roboter hat seinen Ursprung in Deutschland. Seit 2010 wird der an einen futuristischen Planierraupe erinnernde Roboter gefertigt und kontinuierlich verbessert. Neben dem charakteristischen Antrieb ist der Roboter auch mit zahlreichen elektrischen Hilfsmitteln versehen. Kompass, GPS und Video machen aus dem veter ein einfach zu navigierendes Gerät. Über Real-Time Streaming des Videosignals lässt sich der veter über ein Navigations-Interface bedienen. Ein Bausatz ist angeblich in Arbeit.

Humanoid auf Rollen: AMIGO

Der humanoide Roboter ist mit einer Höhe von 135 cm so groß wie ein Kind. Zu den besonderen Merkmalen gehört hier der Torso mit zwei Armen, der auf einer rollenden Plattform befestigt ist. Als Hardware wurden darüber hinaus gewöhnliche Router verwendet. Sehen kann AMIGO dank Microsofts Bewegungssteuerung Kinect. Es wird angenommen, dass der Roboter rund 400.000 Euro kostet, die Entwickler wollen den Preis aber in den nächsten Jahren deutlich senken. Derzeit gibt es keinen Bausatz für den Roboter zu kaufen.

Spielzeugauto? Ikimo Robot

Auf den ersten Blick erinnert der Ikimo Robot an ein fernsteuerbares Spielzeugauto. Für diesen Roboter stehen unterschiedliche Bedienmöglichkeiten zur Verfügung und ein Bausatz ist für nur 135 US-Dollar käuflich zu erwerben.

Roboter aus dem 3D-Drucker: Mini-Skybot

Zu den augenfälligsten Merkmalen des Mini-Skybot aus Madrid gehören die zwei großen Räder, die ferngesteuert werden. Der kleine Roboter ist lediglich mit einem Sensor ausgestattet, einem Entfernungsmesser, der mit Ultraschall arbeitet. Das Besondere: Die Einzelteile des Roboters sollen mit einem 3D Drucker ausgedruckt werden können. Ursprünglich wurde der Mini-Skybot entwickelt, um Studenten das Programmieren beizubringen. Derzeit wird an einer zweiten Prototyp-Version gearbeitet.

Thymio II aus Lausanne

Der Roboter mit dem Namen Thymio II stammt aus Lausanne und gehört zu den fahrbaren Robotern. Er lässt sich individuell programmieren. Ein bereits zusammengesetzter Roboter kostet rund 200 US-Dollar, derzeit sind keine Bausätze erhältlich.

Tiny Wanderer: Fahrbarer Roboter für kleinen Preis

Der Tiny Wanderer stammt aus Dalles. Der fahrbare Roboter ist mit zahlreichen Sensoren für die Helligkeitserkennung, Erkennung von Hindernissen und für das Verfolgen von geraden Strecken ausgestattet. Ein vollständiger Bausatz kostet 179 US-Dollar.

Aracna: Spinnenroboter als Open Source Modell

Mit seinen vier beweglichen Beinen erinnert der Aracna an eine Spinne. Er besteht aus herkömmlichen Bauteilen und Elementen aus dem 3D-Drucker. Im Gegensatz zu anderen Robotern mit Gliedmaßen ist bei diesem Roboter der Motor für die Beine im Körper und nicht in jedem Bein. Es wird geschätzt, dass sich die Kosten für den Aracna Spinnenroboter insgesamt auf 1.400 US-Dollar belaufen.

Unterwasserroboter OpenROV

Der Unterwasserroboter OpenROV kann Tiefen von bis zu 100 Metern erreichen. Die Designdateien erlauben es, den Roboter selbst aufzubauen, es sind aber auch Bausätze und bereits zusammengesetzte Roboter erhältlich.

OHMM: Open Hardware Mobile Manipulator

Kennzeichen des OHMM Roboters ist sein beweglicher Arm. Der Roboter soll vornehmlich für Bildungszwecke verwendet werden. Bedient wird er über eine per Kabel mit dem Roboter verbundene Steuerung. Mit seinem Arm kann der Roboter greifen, aufsammeln und vorgegebenen Strecken folgen. Insgesamt werden die Kosten für den Greifroboter auf 1.730 US-Dollar geschätzt. Es sind derzeit keine Bausätze für den Roboter erhältlich.

Die meisten der hier vorgestellten Roboter sind im Umfeld von Universitäten und Forschungseinrichtungen entstanden. Dank des Open-Source-Gedankens können viele Roboter mit ein bisschen Know-How, einem 3D-Drucker und Geschick nachgebaut werden.

Quelle: FreeIO.org

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