3D-Drucker für Labor- und Medizintechnik

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Als Ergänzung der metallpulverbasierten Verfahren erscheinen zunehmend 3D-Drucker in medizin- oder labortechnischen Anwendungen. Die stetige Erweiterung der Palette an prozessierbaren Kunststoffen schafft hier den Zugang in dieses sehr sensible Umfeld.

Künstliche Kniegelenke werden in Serie und quasi in „Konfektionsgrößen“ produziert. Was bei Knien gut funktioniert, ist bei Gesichts- oder Schädelimplantaten jedoch inakzeptabel. Das Ersatzimplantat eines durch Krankheit oder Unfall verlorener Wangenknochens läßt sich nicht nach einem S-M-L-XL-Raster auswählen, ohne seinen Träger zu entstellen. Computertomographische Daten des Patienten gehen in das 3D-Rapid-Manufacturing ein und liefern individuelle Lösungen. Biokompatible Legierungen mit funktionalisierten Oberflächen unterdrücken Abstoßungsreaktionen und fördern das Anwachsen des Knochengewebes.

Einsatzgebiete

Stratasys stellte im März 2015 auf der 37-ten Internationalen Dental Show in Köln seinen Object260 vor. Das PolyJet-Verfahren druckt aus mehreren Düsen UV-härtende Polymere unterschiedlicher Farbe. Damit lassen sich originalgetreue Gebissmodelle herstellen, an den die Zahnlabore sowohl die Passfähigkeit als auch die Farbgebung des Zahnersatzes anpassen können.

Object260 3D-Drucker für UV-härtende Polymere Quelle: http://www.businesswire.com/news/home/20150309005105/en/Objet260-Dental-Selection-3D-Printer-Takes-Digital#.VUyw-VjwC73

Object260 3D-Drucker für UV-härtende Polymerebject260

Die Japanische Firma exiii geht den Weg über die open-source-community seine beiden Hand-Unterarm-Prothesen handiii und handii COYOTE zu verbreiten. Die Funktionalität ihrer Produkte stellt exiii am Beispiel zweier Patienten unter Beweis.

Elektromyographische Sensoren (EMG) an den verblieben Muskelpartien greifen deren Aktivität ab und steuern über eine Smartphone-App die Bewegung der künstlichen Hand. Diese kommt individualisiert aus dem 3D-Drucker und wird an die physischen Gegebenheiten ihres Trägers angepasst.

handiii aus dem 3D-Drucker passt sich ihrem Träger in Größe und Farbgeschmack an.

handiii aus dem 3D-Drucker passt sich ihrem Träger in Größe und Farbgeschmack an.

Die Studenten unter Joshua Pearce von der Michigan Techological University in Houghton, MI, bauen sich jeweils ihren eigenen MOST Delta RepRap 3D-Drucker und bearbeiten damit Konstruktions- und Designaufgaben aus dem Umfeld wissenschaftlicher Laborausstattung.

3D-gedruckter Ohrenspiegel

3D-gedruckter Ohrenspiegel

Quellen und Bildquellen:

3dprint.com/49892/objet260-dentistry-stratasys/
www.businesswire.com/…/Objet260-Dental-Selection-3D-Printer-Takes-Digital…
3dprint.com/52935/exiii-handiii-prosthetic-hand/
3dprint.com/54922/michigantech-3d-printing-class

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