Make my room, Robby – der Roboter als Hotelboy

Zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten entfallen in der Hotelbranche auf das Personal. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis pfiffige Hoteliers auf die Idee kommen, Roboter einzusetzen. Das Yotel in New York macht den Anfang. Bei anderen geht es schon (fast) ganz ohne Personal.

In New York, im Stadtteil Manhatten, in der Nähe des Times Squares ein bezahlbares Hotelzimmer zu bekommen, ist schwierig. Im Yotel kann man dennoch ab  rund 110 USD übernachten. Und das nicht in einer üblen Absteige, sondern in einem der modernsten und trendigsten Hotels der Stadt.

Die Zimmer sind zwar sehr klein und werden ohne Untertreibung als „Cabin“ bezeichnet. Aber die Ausstattung ist purer Luxus. Vom großen Flachbildfernseher über iPod-Dockingstation und W-LAN bis hin zum elektrischen Handtuchwärmer ist so ziemlich alles vorhanden, was der Jetset zum Wohlfühlen benötigt.

Das Highlight ist der „Yobot“ getaufte Roboter, der hinter einer Glaswand im Empfangsbereich das Gepäck der Gäste entgegen nimmt und automatisch in Schließfächer packt. Wer jetzt an einen freundlichen R2D2 denkt, der beflissen wie ein Hotelboy Koffer schleppt, liegt allerdings weit daneben. Yobot ähnelt mit seinem sechs Meter langen Arm mehr einem Industrieroboter. Das ändert jedoch nichts an seiner Popularität. Im Internet ist er schon heute eine Berühmtheit.

Das Yotel ist nicht nur wegen seiner Cabins so preiswert. Auch am Personal spart der britische Betreiber. Eine Rezeption gibt es nicht. Stattdessen werden die Gäste vom fahlen Monitorlicht der Check-Inn-Terminals begrüßt. Wenn man eine Kreditkarte besitzt, kann man sich hier anmelden. Und dann kommt sogar ein Mensch und führt den Gast zum Zimmer oder zeigt ihm den Weg auf die mit 650 Quadratmetern größte Terrasse New Yorks.

Im Leipziger „Vasano“ geht man noch einen Schritt weiter. Hier gibt es überhaupt kein Personal mehr. Der Gast muss sich am Automaten einchecken und sein Zimmer selber suchen. Nicht einmal einen Roboter, der sein Gepäck trägt, gibt es. Auch das Restaurant und die Bar wurden eingespart – der dadurch frei gewordene Platz steht den Gästen in den luxuriösen, zum Teil zweistöckigen Suiten zur Verfügung. Das Frühstück steht im Kühlschrank bereit – einen Roomservice erwartet man vergebens.

Aber vielleicht wird sich das bald ändern. Yobot, der geschickt Koffer in Schließfächer räumt und anschließend den Besitzern wieder rauskramt, ist ein Anfang. Kleine Robots, die das Zimmer reinigen, kann man sich heute schon vorstellen. Und auch den Roomservice werden bald Automaten erledigen können. Die Hoteliers können sich die Personalkosten sparen und die Gäste freuen sich dafür über großzügig ausgestattete Suiten schon in der Backpacker-Preisklasse. Nur Leute wie DSK werden die guten alten Zeiten mit echten Zimmermädchen vermissen.

Quelle: http://robots.net

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