Goldbrassen lernen von einem Roboterfisch

Zwei Wissenschaftler haben in einem Experiment versucht, Goldbrassen einem fischähnlichen Roboter nachschwimmen zu lassen. Sowohl Stefano Marras vom Marineinstitut im italienischen Torregrande als auch Maurizio Porfiri des Polytechnischen Institut der New Yorker Universität wollten hier zeigen, dass auch ein Roboterfisch als Anführer gelten kann. Voraussetzung ist natürlich, dass dieser künstliche Fisch von den anderen Fischen akzeptiert wird.

Ziel des Forschungsprojekts

Ziel des Forschungsprojekts ist, dass ein Roboterfisch einen ganzen Schwarm anleitet und ihn so beispielsweise von einem Katastrophengebiet wegführt. Der Hintergrund ist, dass zahlreiche Fischschwärme verenden, weil sie zu nahe an ein Gebiet kommen, in dem zum Beispiel ein Öltanker ausgelaufen ist. Mit den künstlichen Fischen soll diese Situation vermieden werden. Auf der anderen Seite wollen die Forscher mit dem Experiment das Verhalten von Fischen im Einzelnen und im Schwarm näher erkunden. Das besondere Merkmal an dem Roboterfisch ist, dass sich die Schwanzflosse bewegt. Dadurch soll die Aufmerksamkeit der Fische angezogen werden.

Interaktion zwischen Roboter und Fisch

Die Versuchsanordnung sah wie folgt aus: Der Roboterfisch wird in einem Wassertunnel befestigt. Dazu wurde noch eine Goldbrasse in den Versuchskanal genommen. Daraufhin stellten die Forscher unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten ein und beobachteten das Verhalten des Fisches. Wie man in einem Video zu dem Experiment sehr gut erkennen kann, folgt der echte Fisch den Bewegungen des Roboters. Zwar ist der Maßstab nicht ganz genau getroffen, denn der Roboter ist deutlich größer als das Versuchsobjekt, man sieht aber, dass der echte Fisch mit dem Roboter interagiert. Wie man auch anhand von Schwarmbewegungen sehen kann, schwimmt der Fisch versetzt zu dem Roboter. Das liegt daran, dass er somit Strömungswiderstände reduziert und sich damit deutlich effizienter fortbewegen kann.

Quelle: www.wired.com, Journal of the Royal Society und spectrum.ieee.org

Veröffentlicht von

Nora Kaschade

Nach einem staubtrockenen Magisterstudiengang in den Fächern Germanistik und Musikwissenschaft arbeite ich nun seit rund zwei Jahren als Online-Redakteurin für verschiedene Projekte. Hier hat es mir vor allem die moderne Technik angetan. Logisch also, dass ich mich auch für Neuheiten in der Robotertechnik interessiere. Mittlerweile hat das nämlich gar nichts mehr mit Sci-Fi zu tun, sondern kann sich auch im Alltag als durchaus nützlich erweisen.

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