Nanobot sammelt Viren ein

Nanobots – Handwerker im Oberstübchen

Nanobot sammelt Viren ein
Nanobot sammelt Viren ein

„Wir schreiben das Jahr 2032. Nano und Mü, zwei winzige Roboter, sollen im Gehirn des Architekten Jochen Kunze ein paar Neuronen überprüfen.“ Was in der Wurfsendung des Deutschlandradios aus den Jahren 2005 und 2009 noch äußerst spaßige Science Fiction ist, könnte schon bald Teil der Medizin werden: Nanobots, die gezielt in unseren Körper geschickt werden, um gegen Viren und Tumore zu kämpfen.

Im Februar dieses Jahres berichtete Science, dass es der Forschergruppe um den Bio-Nano-Technologen Shawn Douglas gelungen sei, nur 45 nm große Bots aus DNA-Strängen zu schaffen. Diese Nanobots kann man sich als Käfige vorstellen, die kleine Mengen eines Wirkstoffes transportieren können. Sie sind so programmiert, dass sie ähnlich der weißen Blutkörperchen gezielt nach speziellen Zellen, z.B. Tumorzellen, suchen. Haben Sie eine solche Zelle gefunden, klappt der Käfig auf und der Wirkstoff wird freigesetzt.

Nanobots im Kampf gegen Krebs

Im Labor funktioniert das bereits. Der menschliche Körper ist für die Nano-Roboter allerdings wie ein Absprung hinter feindlichen Linien. Das Immunsystem würde sofort reagieren und die Nanobots genauso angreifen wie Viren oder andere Eindringlinge. Douglas will die Bots aus diesem Grund mit einer Schutzhülle aus Polyethylenglycol (PEG) versehen. Bis die Nanobots in der praktischen Medizin eingesetzt werden können, wird es wohl noch eine Weile dauern. Noch ist der Aufwand, sie herzustellen, sehr hoch und das Design noch nicht ausgereift.

Nanoroboter MT zerstört Viren im menschlichen Körper
MT, der Nanoroboter, im Kampf gegen Viren und Tumorzellen

Blickt man noch ein wenig weiter in die Zukunft, sind die Chancen der Nanotechnologie enorm. So wird zum Beispiel bereits darüber nachgedacht, Nanobots ins menschliche Gehirn zu senden, um dort gezielt Synapsen zu bilden oder sich so zu organisieren, dass sie das menschliche Gehirn mit sämtlichen Verbindungen zwischen den Hirnzellen duplizieren. Zum einen könnte man die Fähigkeiten des Gehirns auf diese Weise enorm steigern. Zum anderen wäre es theoretisch möglich, das komplette Gedächtnis zu replizieren, es zu speichern und so unlöschbar zu machen.

Nano und Mü zum Nachhören

Bis zum Jahr 2032 könnte es durchaus soweit sein. Doch wer haftet eigentlich, wenn bei den ganzen Nano-Robotern mal die Sicherung durchknallt wie bei Nano und Mü? Diese gehen mit solidem Handwerkszeug im Oberstübchen ihrer „Patienten“ zur Sache. Sie dübeln die Zirbeldrüse, verkabeln Synapsen, finden den Stirnlappen zu lappig oder schleifen die Nervenfaserplatten. Das geht meistens schief: „Das könnte Ärger geben“, sagt Nano. „Lass uns lieber abhauen“, schlussfolgert Mü in bester Handwerkertradition. Die zwei Serien mit den beiden Nano-Robotern sind äußerst witzig und wer will kann sie gerne auf den folgenden Seiten nachhören:

Nano und Mü – erste Staffel von 2005

Nano und Mü – zweite Staffel von 2009

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