MT auf dem Revier

Autonome Roboter vor Gericht

MT auf dem Revier
MT auf dem Polizei-Revier - haften Roboter zukünftig für Ihre Fehler?

Noch sieht man sie nur selten im Straßenverkehr. Aber die Entwicklung rollt rasend schnell auf uns zu. In wenigen Jahren werden wir uns die Straßen und Autobahnen mit autonomen Fahrzeugen teilen. Aber wer kassiert eigentlich die Punkte in Flensburg, wenn der Roboter einen Unfall baut?

Vor einer Woche machte das Internet-Unternehmen Google von sich reden. Im US-Amerikanischen Bundesstaat Nevada wurden die maßgeblich von Google entwickelten autonomen Fahrzeuge, bei denen es sich um modifizierte Toyotas handelt, für den Straßenverkehr zugelassen. Damit ist der Anfang gemacht. Weitere Staaten sollen laut Google folgen.

Fragen des Roboterrechts werden bereits diskutiert

In Deutschland diskutierten am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Uni Bielefeld vom 07. bis 09. Mai 2012 Informatiker, Philosophen, Juristen und Soziologen über die rechtlichen Probleme, die damit zusammenhängen.

Und die sind so ungeklärt wie gewaltig. Die erste Frage ist natürlich immer die nach der Haftung. Wer übernimmt sie, wenn ein Roboter oder ein autonomes Fahrzeug einen Menschen verletzt oder gar tötet. Der Hersteller, weil er ein gefährliches Produkt in Umlauf gebracht hat? Der Programmierer, weil dessen Code fehlerhaft war? Oder der Nutzer, weil der die Verantwortung beim Gebrauch einer Sache, sprich Roboter, übernommen hat?

Haftung und Datenschutz sind die drängendsten Fragen

Wenn ein Staubsauger bei sachgemäßer Benutzung explodiert, haftet in der Regel der Hersteller. Bei einem autonomen Roboter wird das allerdings schwierig. Der erfasst und verarbeitet die Signale seiner Umgebung und lernt daraus. Er wurde in fehlerfreiem Zustand verkauft, lernt vielleicht aber bei seinem Besitzer das Falsche. Wer übernimmt im Schadensfall die Haftung?

Und was passiert eigentlich mit den Daten, die so ein Roboter den ganzen Tag über sammelt? In Nevada hat der Staat sofort großes Interesse an den im Testzeitraum erfassten Daten der Google-Autos gezeigt. Dabei geht es um technische und verkehrsrelevante Daten. Wenn Roboter aber bei uns zu Hause herumlaufen und permanent mit dem Internet verbunden sind – wer kann kontrollieren, wohin die Daten gesendet werden und wer durch die Augen des Roboters mit ins Schlafzimmer oder ins Sparbuch schaut?

MT - schuldiger Roboter im Knast
MT im Gefängnis - können Roboter für Fehler bestraft werden?

All diese Fragen sind noch unbeantwortet. Roboter dringen immer weiter in unseren Alltag vor. Die Technik entwickelt sich sprunghaft. Aber die Gesellschaft ist noch lange nicht vorbereitet. Die Würzburger Roboter-Juristen unter der Leitung von Eric Hilgendorf erwägen inzwischen, autonome Roboter justiziabel zu machen. Im Schadensfall müssten sie die Verantwortung selbst tragen. Um den Robotern zumindest die finanzielle Möglichkeit zu geben, ihre Schuld anzuerkennen, sollen Hersteller und Nutzer in einen gemeinsamen Fond einzahlen.

Dann ist es auch nicht mehr weit, bis die Roboter eigene Punkte in Flensburg sammeln. Haben sie zu viele angehäuft, droht der Entzug der Steckdose und der “Idiotentest”.

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