Studie enthüllt das Beziehungsgeflecht zwischen Kindern und Robotern

Kind umarmt den Roboter Robovie in einer Studie
Das Forschungsinstitut HINTS (Human Interaction With Nature and Technological Systems) der Washingtoner Universität hat sich mit dem Beziehungsgeflecht zwischen Kindern und Robotern näher auseinandergesetzt. Inhalt des Experiments: Wie reagiert ein Kind, wenn sein Roboterfreund in einen dunklen Schrank gesperrt wird?

Studienaufbau im Detail

Insgesamt nahmen 90 Kinder an der Studie teil. Sie wurden in drei Gruppen, abhängig vom Alter, eingeteilt. Die erste Gruppe bestand aus 9-jährigen Mädchen und Jungen, in der zweiten Gruppe versammelten sich die 12-jährigen Kinder und schließlich gab es auch eine Gruppe, die sich aus 15-jährigen Jungen und Mädchen zusammensetzte. Als Testobjekt wurde der humanoide Roboter Robovie eingesetzt. Im Kern der Studie führten die Forscher eine 15-minütige Interaktionssession zwischen Robovie, einem Kind und einem Erwachsenen durch. Das Kind wurde dem Roboter vorgestellt und der Roboter führte es zu einem Aquarium, wo er mit den Kindern über Fische und Korallen plaudert. Auf diese Weise sollte ein emotionales Band zwischen Robovie und dem Kind geknüpft werden.

Außerdem beinhaltete die Session ein Ratespiel in der Art von „Ich sehe was, was du nicht siehst“, in dem der Roboter dem Kind verbale Hinweise gab, damit sie Objekte im Raum finden. Danach verlangte Robovie eine Umarmung, die die Beziehung zwischen beiden noch mehr verstärken sollte. Daraufhin spielten beide Parteien wieder, nur dass diesmal das Kind dem Roboter die Hinweise gab. Hier kommt nun ein weiterer Forscher zum Einsatz, der das Spiel unterbricht und den Roboter in einen Schrank sperrt.

Auswertung des Experiments

Nachdem Robovie weggesperrt wurde, wird das Kind einem strukturiertem Interview unterzogen, indem es sich dazu äußern muss, ob Robovie als Mensch oder als Gegenstand behandelt werden sollte. Eine Mehrzahl der Kinder und Teenager sagten aus, dass sie den Roboter intelligent finden und 60 Prozent glaubten auch, dass Robovie Gefühle hat. Auf der anderen Seite sagten aber auch 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus, dass es okay ist, wenn der Roboter Besitzer hat, die ihn auch verkaufen. Die Hälfte der Befragten waren nicht damit einverstanden, dass Robovie in den Schrank gesperrt wird. Mehr noch: 90 Prozent hätten es fair gefunden, wenn der Roboter das Spiel zu Ende hätte spielen können. Interessant: Je jünger die Befragten waren, desto eher nahmen sie an, dass Robovie Gefühle besitzt. Die Kinder bauten aber auch im Teenageralter eine Beziehung zum Roboter auf, erkannten aber, dass es sich nicht um einen lebendigen Gegenstand handelt.

Wie man in dem unten stehenden Video erkennen kann, wurde das Experiment die ganze Zeit über per versteckter Videokamera überwacht.

Quellen: spectrum.ieee.org und das HINTS Forschungsinstitut

Veröffentlicht von

Nora Kaschade

Nach einem staubtrockenen Magisterstudiengang in den Fächern Germanistik und Musikwissenschaft arbeite ich nun seit rund zwei Jahren als Online-Redakteurin für verschiedene Projekte. Hier hat es mir vor allem die moderne Technik angetan. Logisch also, dass ich mich auch für Neuheiten in der Robotertechnik interessiere. Mittlerweile hat das nämlich gar nichts mehr mit Sci-Fi zu tun, sondern kann sich auch im Alltag als durchaus nützlich erweisen.

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