Tut weh: Ein Service-Roboter erwürgt einen Zivilisten in "New Town". Abb.: Koch Media

Sci-Fi-Thriller „Robotropolis“: Roboter lehnen sich gegen ihre Herren auf

Tut weh: Ein Service-Roboter erwürgt einen Zivilisten in "New Town". Abb.: Koch Media
Tut weh: Ein Service-Roboter erwürgt einen Zivilisten in "New Town". Abb.: Koch Media

Der „Roboter drehen durch und lehnen sich gegen ihre Schöpfer auf“-Plot ist mindestens so alt wie Isaac Asimov und auch Regisseur Christopher Hatton kann in seinem „Robotropolis“ dem Stoff keine neuen inhaltlichen Aspekte abringen. Interessant ist aber die formale Umsetzung der Sci-Fi-Story: Geklammert ist der Kampf Mensch gegen Maschine durch ein eine fiktive TV-Live-Reportage, die vollkommen aus dem Ruder gerät.

Robots müssen putzen – und drehen durch

Dabei war Fernseh-Journalistin Christiane vom TV-Sender „GNN“ durchaus auf einen Positivbericht geeicht, als sie von Ölmagnat Standish in die Roboterstadt „New Town“ im südchinesischen Meer eingeladen wurde. Doch inmitten von Interviews mit scheinbar glücklichen Menschen, die von der robotischen Hilfe beim Putzen, Baby-Sitting und bei der Polizei schwärmen, erschießt einer der Blechkameraden vor laufender Kamera mitten in einem Fußballspiel einen Menschen – und eine Abschlachtorgie der Maschinen nimmt ihren blutigen Lauf…

Ein wenig – das muss gesagt werden – taumelt „Robotropolis“ streckenweise hart an der Grenze zu B-Movie und Computerspiel, schauspielerische Höchstleistungen sollte man eh nicht erwarten. Auch die Auflösung, warum die Roboter durchdrehen, zeigt wenig dramaturgische Raffinesse, da haben wir in „I, Robot“ oder gar „Star Trek“ schon interessantere Konflikte gesehen.

Noch glänzt Ölmagnet Standish vor TV-Journalistin Christiane mit seinen Robotern - noch! Abb.: Koch Media
Noch glänzt Ölmagnet Standish vor TV-Journalistin Christiane mit seinen Robotern - noch! Abb.: Koch Media

Journalisten bleiben professionell bis zum Ende

Und doch vermag der Sci-Fi-Thriller zu fesseln und hat seine starken Momente: Die Jagd der Menschen durch plötzlich wie animalisch wirkende Robots im Dschungel zum Beispiel ist grandios inszeniert. Auch gibt der Rahmen im Stile einer Live-TV-Reportage dem Geschehen einen recht authentischen Anstrich und wirft ein bezeichnendes Licht auf das zynische Fernsehgeschäft, in dem man professionell bis zum blutigen Ende bleibt.

Fazit:

Cover Robotropolis. Abb.: Koch Media
Abb.: Koch Media

Anfangs wirken Roboter und Handlung etwas hölzern-trashig mit logischen Brüchen. Auch sieht man „Robotropolis“ die vielen Versatzstücke an, die sich Regisseur Hatton aus anderen Filmen (bis hin zu Kubricks „2001“) abgeguckt hat. Aber Spezialeffekte und Spannung gewinnen im Filmverkauf an Qualität und irgendwie guckt man sich die Hatzjagd Maschine gegen Mensch dann doch genüsslich bis zum Ende an.

Erschienen ist „Robotropolis“ heute auf DVD und Bluray, außer ein paar Trailern allerdings ohne weiteres Bonusmaterial. Eine Kino-Auswertung ist nicht absehbar, also heißt es für Robot-Fans wohl: Heimkino anwerfen. Heiko Weckbrodt

„Robotropolis“ (Koch Media), USA 2011, Regie: Christopher Hatton, mit Zoe Naylor und Lani John Tupu, ca. 85 Minuten, P 16, DVD zehn Euro, Bluray elf Euro

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