Roboterluftkissenboote messen Wasserqualität

Es könnte ein großer Schritt nach vorn für den Umweltschutz, die Fischerei und die Hochwasserbeobachtung sein: Daten zur Wasserqualität können mit den Luftkissenbooten des Unternehmens Platypus wesentlich schneller erhoben werden als bisher von menschlicher Hand. Die ferngesteuerten Roboterboote fahren mittels eines Antriebsgebläses über das zu vermessende Gewässer und senden die Daten via 3G oder WiFi an den Laptop des Wissenschaftlers.

Smartphones auf dem Wasser

Die sogenannten Cooperative Robotic Watercrafts (CRW) sind eine Erfindung der Gesellschaft Platypus, die aus Wissenschaftlern des amerikanischen CMU Robotics Institutes besteht. An Deck der Roboterluftkissenboote, die eine Polyurethan-Hülle haben, befinden sich die drei Hauptkomponenten: jeweils ein elektrisches Antriebsgebläse, ein wasserdichte Kapsel mit den elektronischen Steuerteilen und ein durchsichtiges Gehäuse, in das ein Android-basiertes Smartphone eingepasst wird. Auf dem Smartphone befindet sich ein Großteil der nötigen Software. Es kommuniziert via Bluetooth mit einem Arduino Microcontroller, der unter anderem den Antrieb steuert und die Daten gebündelt an den Benutzer am Ufer weitergibt.

Wendige Boote sammeln auch Proben ein

Die CRW besitzen mehrere Unterwassersensoren, mit denen sie Qualitätsmerkmale wie den Sauerstoffgehalt, die Temperatur, den pH-Wert und die elektrische Leitfähigkeit des Wassers messen. Gesteuert werden die Sensoren von dem Microcontroller, der bei Bedarf auch den Mechanismus zur Entnahme einer Wasserprobe in Gang setzt. Somit erbringen die CRW also auch die Vorraussetzung für die detailliertere Analyse des Wassers im Labor. Während der Fahrt übermitteln die Smartphones zudem permanent Bilder von Bord der Luftkissenboote, sodass die Forscher immer einen optischen Eindruck von der Umgebung haben, durch die die CRW navigieren. Dabei können die Roboterboote schärfere Drehungen absolvieren als herkömmliche Luftkissenboote, weil ihre Schubvektorsteuerung einen speziellen Lenkmechanismus aufweist. Energie erhalten die Antriebsgebläse von den an Bord befindlichen Servomotoren.

Quellen: senseplatypus.com via robots.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.