Hondas Roboter HEARBO kann Geräusche perfekt lokalisieren

Unsere Welt ist voller Geräusche und sie zu lokalisieren kann viel über die Geschehnisse in ihr verraten. Manche Töne sind redundant, andere ertönen in einem bestimmten Rhythmus. Menschliche Sprache steckt voller Informationen und sollte gesondert behandelt werden. All dies kann der „HEAR-ing roBOt“ (kurz: HEARBO) von Honda. Er benutzt das Softwaresystem HARK und wurde in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt.

Orientierung an den menschlichen Fähigkeiten

HEARBO ist Teil eines größeren Forschungsprojektes zur intelligenten Sprach- und Tonerkennung. Er sollte nach dem Vorbild seiner Erschaffer in der Lage sein, die Herkunftsrichtung von Geräuschen zu erkennen und den Grad ihrer Wichtigkeit zu bemessen. Unbedeutende Hintergrundgeräusche sollte er ignorieren und stattdessen die Sprachkommandos seiner menschlichen Kollegen erfassen. Und tatsächlich hat der HEARBO acht Mikrofone in seinem drehbaren Kopf versteckt, mit denen er die Position von bis zu vier Geräuschquellen gleichzeitig mit einer Genauigkeit von bis zu einem Grad lokalisieren kann. Die Geräuschkulisse, die seine eigenen 17 Motoren erzeugen, kann HEARBO mittels einer sogenannten „Ego-noise suppression“ herausfiltern und ignorieren.

Spracherkennung und Rhythmusgefühl

Die japanischen Entwickler möchten, dass HEARBO ihre Sprachbefehle aus zwei Metern Entfernung versteht, selbst wenn währenddessen Musik läuft. Das verwendete Open Source Softwaresystem namens HARK bietet dazu verschiedene Module an, mit deren Hilfe sich HEARBO auf eine Geräuschquelle konzentrieren kann. Dabei nutzen die Forscher von Honda die weitverbreitete „Beamforming“-Methode unter Beachtung des dreistufigen Paradigmas „Lokalisation, Separation und Erkennung“. Dank einiger Übung mit verschiedenen Musikliedern weiß HEARBO auch über die grundsätzlichen Eigenschaften von Musik Bescheid und bemerkt, ob es sich um Gesang oder Sprachbefehle handelt. Außer einer Sprachausgabe verfügt der Roboter unter anderem noch über ein Tanzfeature. HEARBO erkennt die Anzahl an Beats pro Minute und kann seine Arme dazu passend bewegen.

Quellen: Engadget.com; spectrum.ieee.org; Paper zu HARK

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