Erster bionischer Mensch im Londoner Science Museum

Er ist zwei Meter hoch und gilt als erster komplett bionischer Mensch: Rex versetzt die Besucherinnen des Londoner Science Museums in Erstaunen. Sein funktionierender Blutkreislauf und weitere menschliche Funktionen vermitteln eine Ahnung von künftigen medizinischen Möglichkeiten. Ein Team von Robotikern stellte Rex kürzlich der Öffentlichkeit als Vorzeigeprojekt des Bioengineering vor.

Detailgetreuer Nachbau versucht

Der Name des bionischen Menschen steht für “robotic exoskeleton”, da er nicht nur über kybernetische Gliedmaßen verfügt, sondern auch über ein Außenskelett, das seine Organe stützt. Rex führt im Science Museum verschiedene künstliche Organsysteme vor, die heutzutage operativ in Menschen eingesetzt werden könnten. Zusätzlich besitzt er noch einige Körperteile, die einen Blick in die Zukunft der sogenannten ‘Augmented Biology’ erlauben. Das Projekt Rex wurde von der Shadow Robot Company zusammengesetzt und kostete eine Million Dollar. Vordergründiges Ziel des experimentellen Projektes war es, zu sehen wie nahe man an eine tatsächliche Replik des Menschen kommen kann. Rex ist daher kein Roboter mit großer künstlicher Intelligenz, sondern eher eine Ansammlung von realitätsnahen künstlichen Körperteilen.

Medizinischer Nutzen vorstellbar

Die künstlichen Körperteile, die Rex dem Museumsbesucher vorführt, können in ähnlicher Art bereits jetzt oder in naher Zukunft in echte Menschen eingepasst werden. Unter anderem besitzt Rex ein Herz, welches dank einer Batterie Blut durch den Kreislauf pumpt. Dieses Blut kann Sauerstoff binden und abgeben als ob es tatsächlich rote Blutzellen hätte. Rex verfügt auch über einen Glukose-Sensor, der das Insulinlevel reguliert. Ein solches Gerät könnte demnächst in der Diabetes-Therapie eingesetzt werden. Die Blutimitation wird von einer Dialysemaschine gefiltert und eine synthetische Netzhaut sendet Signale zum “Gehirn”. Das Gesicht und die Gliedmaßen von Rex folgen einem Modell des Schweizer Sozialpsychologen Bertolt Meyer. Der bionische Mensch kann somit als Beispiel für die Zusammenarbeit von Natur- und Sozialwissenschaften gelten.

Quellen: geek.com, IEEE Spectrum

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