Komplexer Minenroboter geplant

Eines der weltweiten größten Bergbauunternehmen hat einen Kooperationsvertrag mit einer amerikanischen Universität geschlossen, nach dem ein Roboter entwickelt werden soll, der verschiedene Aufgaben unter Tage übernehmen soll. Hauptsächlich soll der wendige, rollende Roboter Menschen von schwierigen und gefährlichen Arbeiten befreien bzw. in solchen Gängen operieren, in denen die menschliche Gesundheit gefährdet wäre. Nebenbei wird das zu entwickelnde Minenfahrzeug auch die Profite des auftraggebenden Unternehmens erhöhen, unter anderem weil es Erzvorkommen erschließen soll, die bisher unerreichbar waren.

Anglo-Amerikanische Partnerschaft

Fünf Jahre lang werden das Robotik-Institut der Carnegie Mellon University (CMU) und der Bergbaukonzern Anglo American PLC zusammenarbeiten, um autonome Minenroboter und die dazugehörige Software zu entwickeln. Im Ergebnis sollen diverse Aufgaben wie Erschließung und Erforschung durch die neuen Roboter erledigt werden. Die ausführenden Einheiten des amerikanischen Robotik-Instituts sind dafür das National Robotics Engineering Center (NREC) und das Field Robotics Center. Das Anglo American PLC seinerseits ist eines der größten global operierenden Bergbauunternehmen und hat seinen Konzernsitz in London. Ziel der umfangreichen Partnerschaft von Wirtschaft und Forschung soll nicht weniger als eine “bahnbrechende Umwälzung der Bergbautechnologie” sein, wie Dimi Apostolopoulos, leitender Forscher beim NREC, zu Protokoll gibt. Die Kooperation ist Teil eines größeren Zukunftsvorhabens des Anglo American PLC, das auf verschiedenen Kontinenten Eisenerz, Kupfer, Kohle, Nickel, Diamanten und Platin abbauen lässt. Der erste Einsatz der Minenroboter ist für Platinminen geplant. Das Robotik-Institut der CMU will in den nächsten fünf Jahren Roboterteile und Minentechnologie designen, bauen und zur Anwendung bringen. Ingenieure der Anglo American PLC werden die Forscher bei der Entwicklung der Erkennungs-, Erschließungs- und Fortbewegungsfunktionen unterstützen.

Für Roboter prädestiniert

Der Bergbau gilt seit Jahrhunderten als einer der anstrengendsten Arbeitssektoren und die Förderung der Rohstoffe ging häufig zulasten der Gesundheit der menschlichen und tierischen Arbeiter. Der Einsatz von Robotern lag deshalb nahe – eine Maschine kann nicht an Grubengas ersticken und wagt sich auch in instabil aussehende Schächte vor. Fortschritte in der Robotik-Forschung werden voraussichtlich dazu führen, dass schwer zu erreichende Erzdepots abgebaut werden können. Mit den bisherigen Methoden und Bergbau-Layouts waren diese Rohstoffvorräte nicht auf wirtschaftliche Weise zu bearbeiten. Die mechatronische Lösung der Carnegie Mellon University wird zunächst die Produktivität und Effizienz in den Minen der Anglo American PLC erhöhen. Grundlage des zu entwickelnden Roboters wird höchstwahrscheinlich die Groundhog Minen-Erschließungstechnologie aus dem Jahr 2002 sein. Bei jener wurden die Ergebnisse des 3D-Mappings via Live-Videofeed und Satellit an eine Expertenkonferenz übertragen.

Quellen: Carnegie Mellon Robotics Institute, Computer Science at Carnegie Mellon, robots.net

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