Neuer Roboterhund für Veterinäre

RoboterhundKatzen, Hunde und Kleintiere reagieren in vielen Punkten anders auf eine Reanimation nach einem medizinischen Notfall als Menschen. Die Atmung und der Herzschlag unserer Heimtiere sind schneller als unsere menschlichen. Nicht umsonst werden Hunde und Co. vom Tierarzt behandelt und nicht einfach mit von unserem eigenen Hausarzt untersucht. Dieser Umstand wurde bisher bei der Übungssoftware für angehende Veterinäre und den dazugehörigen Simulationsobjekten nur ungenügend beachtet. Ein neuer Roboterhund namens Butch, den die Cornell University derzeit entwickelt, soll damit Schluss machen.

Realistischeres Übungsobjekt

Frühere Simulationsmodelle, mit denen Veterinärstudenten medizinische Eingriffe übten, verwendeten kommerzielle Software, die für die Simulation menschlicher Körper ausgelegt war. Dies bot folglich nicht die bestmögliche Darstellung eines Hundes oder einer Katze mit akutem medizinischem Handlungsbedarf. Eine neue, mobile OpenSource Software soll hingegen auf Heimtiere spezialisiert sein. An der Cornell University wird derzeit die Stand-Alone PC-Version entwickelt. Später sollen weitere interessierte Institutionen bei der Erweiterung der Simulationsplattform mithelfen. Der Codename der neuen Software lautet Ursula, was für “Universal Realistic Simulation of a Living Animal” steht. Teil des Forschungsprojektes ist auch Butch, ein Roboterhund, in dem Standard-Hardwarekomponenten verbaut sind. Durch die Verwendung leicht zu besorgender elektronischer Teile und das OpenSource-Konzept hat Ursula gute Chancen, an vielen Fakultäten Anklang zu finden. Mit seiner realistischen Luftröhre, einem weichen Bauchteil und künstlichen Gelenken ahmt Butch erfolgreich einen echten Haushund nach. Dass er dabei mehr Platz für Katheter und andere medizinische Instrumente bietet als bisherige Übungsobjekte, dürfte Veterinärstudenten freuen.

Zusammenarbeit zweier Fakultäten

Damit Butch und die dazugehörige Software entstehen konnten, mussten sich Forscher der Akademie für Veterinärmedizin an der Cornell University mit Informatikern derselben New Yorker Universität zusammentun. Somit wird der weltweit erste Hi-Fi-Tiersimulator unter der Leitung des Professors für Notfallmedizin Daniel Fletcher und des EDV-Referenten Aaron Birkland entwickelt. Die Simulationsplattform Ursula soll zukünftig auch mit Roboterkatzen arbeiten und gilt als die bisher fortschrittlichste Übungssoftware für Veterinäre. Sie verwendet einen niedrigpreisigen Microcontroller, der mit verschiedenen Sensoren und Bedienungselementen interagieren kann. Studierende und ihr Lehrpersonal können die Simulation über eine graphische Anwendung verfolgen, sowie über den Roboterhund Einfluss auf den Verlauf der Simulation nehmen. Birkland und seine Assistenten arbeiten weiterhin an der Einbindung eines niedrigschwelligen Kommunikationsprotokolls, das alle Komponenten von Ursula miteinander verbindet.

Quellen: Cornell University, Robots.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.