Roboterratte WR-3

Roboterratte testet Stressverhalten von echten Ratten

Ein Modell eines kleinen Roboters in Form einer Ratte wurde entwickelt, um Laborratten depressiv zu machen. Anhand dieser echten Ratten soll dann die Wirksamkeit von neuen Antidepressiva getestet werden. Die Forscher der Waseda Universität in Tokyo haben der Roboterratte “WR-3” deshalb drei verschiedene Verhaltens-Algorithmen implementiert.

Bisherige Varianten für Laborratten kurzfristig unangenehmer

Obwohl einige Forscher mittlerweile bezweifeln, dass Mäuse oder Ratten die bestgeeignetsten Modell-Organismen für das Testen von menschlichen Medikamenten wären, werden weltweit weiterhin sehr viele Nagetiere in der medizinischen Forschung benutzt. Diese wurden bisher mit Stromschlägen oder erzwungenem langen Schwimmen in depressive Verstimmungen getrieben. Da allerdings die wenigsten Menschen auf eine ähnliche Art depressiv werden, suchten die Tokioter Wissenschaftler nach einer realistischeren Art, um Säugetiere zu verstimmen. “WR-3” verwendet daher drei verschiedene Taktiken, um die Versuchstiere apathisch zu machen.

Konstantes Schikanieren macht Ratten antriebslos

Um die Laborratten auf eine lebensnahe Art depressiv zu machen, kann die Roboterratte “WR-3” drei verschiedene Algorithmen ausführen. Eine Kombination der drei einschüchternden Handlungen ist dann am effektivsten, wenn sie bereits bei jungen Ratten begonnen wurde und in der Adoleszenz fortgesetzt wurde. Die Wissenschaftler bewerten die Schwere der Depression nach dem Grad der Antriebslosigkeit der Ratten. Der erste Modus von “WR-3” beinhaltet das Verfolgen der echten Ratten, ohne diese anzugreifen. Der zweite Modus ist der des kontinuierlichen körperlichen Angriffs. Im dritten Modus schließlich greift die Roboterratte die lebendige Ratte immer nur dann an, wenn letztere sich bewegt. Die Laborratten mittels eines mobilen Roboters unter Stress zu setzen, wird von den japanischen Wissenschaftlern, die “WR-3” entwickelten, als Beitrag zur erhöhten Validität von Medikamententests verstanden.

Quellen: spectrum.ieee.org, Paper in Advanced Robotic Vol.27

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