Die Roboterfledermaus lernt fliegen

Jetzt lernen sie fliegen – Roboterfledermaus gesichtet

Diese pergamentartigen Flügel und dünnen Gliedmaßen – einer Fledermaus beim Fliegen zuzusehen, ist schon faszinierend. Das haben sich auch die Forscher der Brown University in Providence gedacht, die eine Robotorfledermaus entwickelt haben, um das Verhalten der nachtaktiven Jäger besser erforschen zu können.

Fledermausflügel aus dem 3D-Drucker

Drei Motoren und sieben bewegliche Gelenke und Knochen treiben den Roboterflügel an. Die Gliedmaße sind aus Plastik und stammen aus dem 3D-Drucker und entsprechen genau den anatomischen Bedingungen des Vorbilds aus Fleisch und Blut. Der Unterschied ist, dass man einer echten Fledermaus schwer sagen kann: “Schlag zuerst mit einer Flügelfrequenz von acht Hertz und erhöhe dann auf neun Hertz, damit wir den Unterschied messen können.” Diese Kooperationsbereitschaft vermisst man bislang. Der Roboterflügel kann allerdings noch nicht von selbst fliegen, die künstliche Fledermaus tut im Windkanal nur so. Außerdem hat sich in den Experimenten gezeigt, dass der Flügel sehr oft brechen kann – so fragil ist er. Vor allem der Ellbogen war eine Schwachstelle, das reale Vorbild hat hier jede Menge Muskeln. Die Biologen mussten das Modell also weiter anpassen und profitierten von dem Lerneffekt des vermeintlichen Lapsus.

Roboter im Dienst der Wissenschaft

Die Algorithmen der natürlichen Flugparameter sollen den Wissenschaftlern Auskunft darüber geben, wie Fledermäuse ihren Energiehaushalt organisieren. Das Modell soll zeigen, welche Flugtechniken den Unterschied ausmachen. Beispielsweise falten Vögel und Fledermäuse ihre Flügel beim Aufwärtsflug. Bislang war aber unklar, welche aerodynamischen Kräfte dadurch beeinflusst wurden. Der Roboterflügel einer Fledermaus gibt bei diesen wichtigen Fragen Aufschluss. In die Betrachtungen soll auch die Hautelastizität, die Unterstützung durch die Muskulatur und die Flexibilität des Bewegungsapparats eingehen. Ziel ist es, mit diesen Daten zukünftige Flügeldesigns unbemannter Luftfahrzeuge zu optimieren.

Quellen: spectrum.ieee.org, news.brown.edu

Veröffentlicht von

Nora Kaschade

Nach einem staubtrockenen Magisterstudiengang in den Fächern Germanistik und Musikwissenschaft arbeite ich nun seit rund zwei Jahren als Online-Redakteurin für verschiedene Projekte. Hier hat es mir vor allem die moderne Technik angetan. Logisch also, dass ich mich auch für Neuheiten in der Robotertechnik interessiere. Mittlerweile hat das nämlich gar nichts mehr mit Sci-Fi zu tun, sondern kann sich auch im Alltag als durchaus nützlich erweisen.

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