Schimpansenroboter fährt, läuft und klettert

CHIMP, also Schimpanse, heißt eine neue Entwicklung der Carnegie Mellon University (CMU). Wie ein Affe kann dieser ferngesteuerte Roboter sowohl aufrecht laufen
als auch sich gebückt fortbewegen. Mit seinen Laufflächen und neuartigen Gelenken soll der Schimpansenroboter sogar Leitern hochklettern können. Mit CHIMP hofft das “Tartan Rescue Team” der CMU auf den Sieg bei der Robotics Challenge der DARPA.

Viele Stabilitätsprobleme anderer humanoider Roboter überwunden

Einer der Hintergedanken CHIMPs ist, dass Roboter mit zwei Beinen ihre Balance gut in strukturierten Räumen wie Büros halten können, aber in einer raueren Umgebung ein anderer Ansatz zur Bewegung nötig wird. CHIMP hat daher sowohl Beine als auch Räder und nutzt die positiven Aspekte beider Bewegungsarten, indem er nahe am Boden fahren kann, aber auch aufstehen kann, wenn es nötig wird. Die Abkürzung CHIMP bedeutet “CMU Highly Intelligent Mobile Platform” und so hat der Schimpansenroboter an Armen und Beinen Laufflächen, die an die eines Panzers erinnern, um sich auch durch unwegsames Terrain bewegen zu können, welches in der Robotics Challenge erwartet wird. Forschung und Entwicklung zu CHIMP werden sich aber auch gelohnt haben, falls er die Robotics Challenge mit ihrem Preisgeld von zwei Millionen Dollar nicht gewinnt. Schließlich wurden für den Schimpansenroboter neuartige Gelenkverbindungen entwickelt , welche auch in anderen Robotern später Verwendung finden können. Diese beweglichen Verbindungsteile machen einen Roboter fast so geschickt und stark im Arm wie einen gut trainierten Menschen.

Sehr leistungsfähig ohne Komplexität vollautonomer Roboter

Insgesamt sieben Teams entwickelten von Grund auf neue Hard- und Software für die DARPA Robotics Challenge. Das “Tartan Rescue Team” vom National Robotics Engineering Center (NREC) an der CMU ist eines davon. Alle Einreichungen für den DARPA-Wettbewerb verbindet, dass die Roboter ferngesteuert sind. Bei CHIMP bedeutet dies, dass der Roboter systemnahe Reflexe und selbstschützende Verhaltensweisen bietet, während der Mensch die Kontrollebene aus der Entfernung übernimmt. Dadurch, so erklärte Tony Stentz, der Leiter des “Tartan Rescue Teams”, kann CHIMP seine Leistung voll auf die Bewegungsfunktionen konzentrieren und auf komplexe Features autonomer Roboter verzichten. Stentz ist zugleich auch Leiter des NREC, welches aktiv um Sponsoren aus der Wirtschaft wirbt. Unter den bisherigen Sponsoren des NREC finden sich unter anderem Fahrzeugfabrikanten und Metallbau-Firmen. Um dem Bedienenden eine sinnvolle Steuerung des Schimpansenroboters zu ermöglichen, erzeugt CHIMP permanent 3D-Texturen seiner Umgebung. Diese erscheinen auf dem Bildschirm des bedienenden Menschen, der somit die relative Position des Roboters erfährt.

Quellen: spectrum.ieee.org, robots.net, Projektseite des Tartan Rescue Teams

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