Tattoo-Roboter Auto Ink

Tattoo-Roboter legt willkürlich Religionszugehörigkeit fest

Roboter stehen für das Unbestechliche und das Rationale. Religion hingegen ist für viele Menschen mit Emotionen und variabler Interpretierbarkeit verbunden. Mit seiner “Auto Ink”-Maschine hat der amerikanische Künstler Chris Eckert beide Bereiche verbunden.

Zufällige Filzstift-Tattoos

Der Tattoo-Roboter sieht von Weitem aus wie eine antiquierte Nähmaschine im Jugendstil-Look. Tatsächlich ist er ein Kunstobjekt, in das man seinen Unterarm einlegen kann. Wird der Apparat angestellt, legt ein Zufallsmechanismus eine Religion für den Besitzer des Armes fest. Das entsprechende Symbol wird per Filzstift auf die Haut aufgebracht. Zuschauer und Nutzer können dann wahlweise an eine göttliche Intervention oder einen gut programmierten Algorithmus glauben. Eine Konkurrenz für Tattoostudios ist dieser Tattoo-Roboter aus dem Jahr 2011 allerdings nicht. Den Filzstift durch eine echte Tätowiernadel zu ersetzen, ist nicht angedacht.

Gerät soll nachdenklich machen

Bei der Konstruktion von “Auto-Ink” stellte das Team um Chris Eckert fest, dass die menschliche Haut zu dehnbar ist, um sie mit einem Kugelschreiber mechanisiert zu beschriften. Menschliche Tätowierer halten die Hauptpartien straff, die sie bearbeiten, dies kann der Tattoo-Roboter nicht. Um den Nutzerinnen also kein zu unangenehmes Hautgefühl zu geben, wurde ein Filzstift statt eines Kulis eingespannt. Im Gegensatz zum echten Tätowieren wird bei dem Kunstobjekt auch nicht desinfiziert oder schattiert. Die drei Motoren von “Auto-Ink” stehen quer zu einander, das Gerät kommt ohne Rotationsbewegungen aus und erinnert an einen 3D-Drucker. Der Tattoo-Roboter besticht also weniger durch seine ausgeklügelte Mechanik als vielmehr durch den Ansatz seines Entwicklers, auf die Willkürlichkeit hinzuweisen, mit der die meisten Menschen in ein Religionssystem hineingeboren werden.



Quellen: inkbutter.com, geek.com

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