Roboter als vermenschlichte Objekte

Viele Spielzeugroboter sollen Tiere darstellen und Emotionen wecken. Die Entstehung von Gefühlen wie Mitleid oder Zuneigung ist durch die Spielzeugdesigner gewollt oder wird zumindest für den Verkauf von Unterhaltungsgegenständen in Kauf genommen. Das Zusammenspiel von menschlicher Ethik und maschinellen Aktionen wird seit Längerem von verschiedenen Wissenschaftlern erforscht, da es auch bei solchen Robotern Anwendung findet, die nicht der sozialen Unterhaltung dienen.

Robotersaurier wirft Frage nach Roboterrechten auf

Kate Darling, Spezialistin des MIT Media Lab und Dozentin an der Harvard Law School, warf kürzlich die Frage nach einem gesetzlichen Schutz für soziale Roboter auf. Zur argumentativen Unterstützung ihres Positionspapieres “Extending Legal Rights to Social Robots” veranstaltete sie einen Workshop bei der LIFT Konferenz. Dort spielten die Teilnehmer zunächst einige Zeit lang mit Spielzeugrobotern der Serie “Pleo”, die niedliche Saurier darstellen. Anschließend sollten sie die Roboter quälen bzw. beschädigen. Dazu war schließlich nur ein Teilnehmer im Stande. Die anderen hatten, so Darlings Vermutung, menschliche Gefühle in einem solchen Ausmaß auf die Spielzeuge projiziert, dass sie es als unethisch empfanden, die Roboter zu quälen. Kate Darling stellte im Nachgang die Frage auf, ob das Misshandeln von sozialen Robotern ein Vorzeichen von Persönlichkeitsstörungen sein könne und ob nicht bestimmte Begrenzungen in Form von Roboterrechten gesetzt werden sollten.

Dinge schützen um menschliche Werte zu erhalten

Dass Roboter unter bestimmten Umständen Gefühle wie Mitleid auslösen, ist bereits seit Längerem bekannt. In ihrem Vortrag auf der diesjährigen re:publica verwies Darling diesbezüglich auf eine Vorführung eines Minensuchroboters in Arizona, dessen Verlust von Gliedmaßen einen Oberst so anrührte, dass er forderte, die Vorführung abzubrechen. Roboter schlecht zu behandeln, könne das menschliche Empfinden beschädigen. Deshalb gehe es bei der Roboterethik im Grunde genauso um Menschenethik wie beim Tierschutz. Gesetze zum Schutz von Robotern würden daher nicht einfach nur Objekte beschützen, sondern auch die Werte unserer Gesellschaft und letztendlich die Menschen selbst. Während aber die Einführung solcher Roboterrechte lediglich eine bewusste soziale Entscheidung benötigt, bleibt das Gegenstück – die Übersetzung menschlicher Ethik in die Maschinensprache – weiterhin eine große wissenschaftliche Herausforderung, zu der es international verschiedene Ansätze gibt.



Quellen: robohub.org, zeit.de, tagesspiegel.de

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