Kuscheltiere aus dem 3D-Drucker

Die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der additiven Fertigungsverfahren hat die Musterherstelluing im Rapid Prototyping, das heißt den 3D-Druck längst hinter sich gelassen. Das aktuelleste Verfahren ist das Rapid Manufacturing, mit dem das individuelle Herstellen von in der Praxis einsetzbaren Bauteilen möglich ist. Technische Teile aus Kunststoff oder Metall, z.B. hergestellt durch Selective Laser Melting, werden in komplexen und von Stück zu Stück variablen Geometrien direkt für den Einsatz produziert. Gerade die High-Tech Branchen schätzen diese neuen Technologien für Innovationen und die Produktion kundenspezifischer Bauteile.

Quelle: Disney Research (1)

Scott Hudson von der School of Computer Science an der Carnegy Mellon University in Pittsburg, USA, ist begeistert von den neuen Fertigungsmethoden. Allerdings findet er, dass sie für sehr junge Endnutzer ihre Grenzen haben. Kleinkinder finden Kuscheltiere aus ABS-Kunststoff meist wenig attraktiv. Gemeinsam mit Disney Research entwickelte Hudson einen 3D-Drucker, der aus einem CAD-Modell heraus flauschige Fäden im Arbeitsraum auslegen und mit einer integrierten Nähmaschine fixieren kann.

Mit dieser Methode lassen sich vom Computermodell textile Teile herstellen. Die Geometrie und Eigenschaft der Fäden ist dabei nahezu frei wählbar – so lange sie sich verlegen und vernähen lassen.  Die Maschine lässt weiterhin zu, dass versteifende Einlagen oder auch mechanische oder elektrische Komponenten in das Teil integriert werden und so funktionale Bauteile entstehen. Auch die Zuführung von mehreren Fäden mit verschiedenen Eigenschaften beflügelt die Phantasie von Entwicklern und Anwendern.  

Textile Vielfältigkeit

Scott Hudson sieht für seinen Soft-3D-Drucker viele Einsatzmöglichkeiten, die über die der custom-made-Kuscheltiere hinaus gehen. Prototypen oder kommerzielle Einzelstücke von Kleidung, Einrichtungstextilien oder Bauteile für Soft-Roboter, bei denen weiche, textile Elemente eine Sicherung für im Arbeitsraum befindliche Menschen darstellen, stehen auf seiner Liste.

Quellen und Verweise

(1)  spectrum.ieee.org/…new-3d-printer-makes-soft-objects
(2) http://www.youtube.com/watch?v=qc-tGbMN9Ms

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.