Ein mit Rädern und Smartphone ausgebauter Roboter auf RoboCore-Basis. Foto: Husarion

Polen wollen mit „RoboCore“ Robotemarkt revolutionieren

Das junge polnische Unternehmen „Husarion“ will nichts weniger als den Robotermarkt revolutionieren und für eine Massenverbreitung der künstlichen Helfer sorgen. Dafür haben sie einen „Roboterherz“ namens RoboCORE“ entwickelt, mit dem auch ambitionierte Hobby-Bastler und kleine Unternehmen eigen-designte Roboter bauen sollen. Die Idee ist in der Internetgemeinde auf breite Resonanz gestoßen: Innerhalb von drei Wochen haben sie auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ über 50.000 Dollar vom Internetschwarm eingesammelt, um ihren Roboterkern zur Marktreife zu verhelfen.

Robotik bisher noch Domäne von Industrie und Militär

„Das Design und die Produktion von Roboter-Komponenten ist so teuer, dass Roboter derzeit hauptsächlich vom Militär oder der Industrie genutzt werden“, schätzte Husarion-Chef Dominik Nowak die bisherige Situation ein. „Es gab wenig bis gar keine Möglichkeiten, Roboter massentauglich zu machen. Unsere Mission ist es, Out-of-the-Box-Module zur Verfügung zu stellen, damit jeder einen preiswerten Roboter mit ausgereiften Fähigkeiten kreieren kann.“

Steuerkern wird von Intels neuen Edison-Mikrocomputern angetrieben

Das Grundkonzept erinnert ein wenig an die Mindstorm-Spielzeugroboter-Baukästen von Lego und ist mit diesen auch kompatibel: „RoboCore“ ist ein etwa handgroßes Gerät, in dem unter anderem einer der neuen Edison-Mikrocomputer von Intel, ein Cortex-M4-Mikrocontroller, WLAN- und Bluetooth-Modul, Sensorenanschlüsse, Micro-USB-Port, und ein Micro-SD-Speicherkarten-Slot stecken. Programmiert und gesteuert wird dieser Roboter-Kern mit den Sprachen „C++“ oder „Python“ über eine Cloud-Schnittstelle – also letztlich über einen Internet-Browser wie Firefox oder Chrome. Der Anwender kann diesen „RoboCore“ dann zum Beispiel mit einem mechanischen Körper, Rädern oder einem Smartphone beziehungsweise Tablet zur Bild- und Sprachausgabe erweitern, um so modular zu einem einsatzfähigen Roboter zu gelangen. Angeschlossen können aber auch USB-Kameras als „Augen“ oder allerlei Sensoren.

Entwickler: Roboter-Konstruktion binnen 45 Minuten möglich

Die polnischen Entwickler versprechen, dass auch ein ambitionierter Laie innerhalb von 45 Minuten auf dieser Basis einen funktionsfähigen Roboter zusammenbauen kann. Den Gesamt-Kostenaufwand schätzt Husarion auf – je nach Ausführung – auf etwa 300 Dollar (285 Dollar), wobei davon zwischen 85 Dollar (RoboCORE-mini, umgerechnet 81 Euro) und 119 Dollar (RoboCORE, 113 Euro) entfallen sollen.

Die Husarion-Gründer zeigen ihre RoboCores. Foto: Husarion
Die Husarion-Gründer zeigen ihre RoboCores. Foto: Husarion

Milliardenmarkt für Privatroboter erwartet

Husarion wurde im Jahr 2013 in Krakau gegründet. Das junge Unternehmen rechnet mit einem großen Marktpotenzial für Konsumenten- und Geschäftsroboter, das sie – gestützt auf Prognosen von „Business Insider“ – auf etwa 1,5 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) für das Jahr 2019 schätzen. Auch andere Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Robotik-Einsatz in Industrie wie Privathaushalten in nächster Zeit stark zunehmen wird. Autor: Heiko Weckbrodt

Mehr Infos zum „RoboCore“ ist hier im Internet zu finden

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