Zum 90. Geburtstag des Roboters: Ein Streifzug durch die Filmgeschichte

So lob ich mir Roboterinnen: Tricia Helfer als Zylon Nummer 6 in Battlestar Calactica. Foto: Justin Stephens
So lob ich mir Roboterinnen: Tricia Helfer als Zylonin Nummer 6 in Battlestar Galactica. Foto: Justin Stephens

Seit Karel und Josef Capek den Begriff „Roboter“ (Arbeiter) 1921 in einem Drama kreierten, haben uns die künstlichen Menschen nicht mehr losgelassen – zunächst in der Literatur, dann im Film und schließlich in der Arbeitswelt. Für uns ein Anlass, zum 90. „Geburtstag“ des Roboters einen cineastischen Blick zurückzuwerfen: wie sich die Sicht der filmischen Populärkultur auf Roboter im Laufe der Jahrzehnte geändert hat, vom amoklaufenden Maschinenmensch „Maria“ in Metropolis bis zur religiösen Metapher in „Battlestar Galactica“ oder zur Steampunk-Ikone in „Hugo“ heute. Zum 90. Geburtstag des Roboters: Ein Streifzug durch die Filmgeschichte weiterlesen

Fallforschung – Roboter Asimo könnte bei einem Sturz kleine Kinder verletzen

Während die meisten Forschungen im Bereich der humanoiden Roboter sich immer noch um Themen bewegen wie: „Wie kann sich ein humanoider Roboter am Besten bewegen?“, läutet Honda mit ihrem Roboter Asimo bereits die nächste Forschungsstufe ein. Honda stellt sich in der Zwischenzeit auch die Frage, was geschieht eigentlich wenn ein humanoider Roboter stürzt und dabei mit seinem Gewicht auf ein Kind fällt. Für Kinder würde dies eine zusätzliche Gefahr bedeuten, der man natürlich entgegenwirken muss, wenn humanoide Roboter mit Menschen gemeinsam den Alltag in Zukunft beschreiten sollen. Fallforschung – Roboter Asimo könnte bei einem Sturz kleine Kinder verletzen weiterlesen

“Alle Robotergeschichten” – Asimovs Gesetzeswerk

Klein Gloria hat einen Roboter als Spielgefährten. Doch ihre Mutter will das „Stahlmonster“, über das die Nachbarn tuscheln, aus dem Haus haben und ersetzt „Robbie“ durch einen Hund. Gloria aber findet sich mit dem Verlust von „Robbie“ nicht ab und auch der hat seine menschliche Freundin nicht vergessen…

Der Sci-Fi-Autor und Biochemiker Issac Asimov (1920-1992) hat „Robbie“ (1939) später eine seine pathetischen frühen Robotergeschichten genannt, die ans Herz appellierten. Später wandte er sich in seinen Stories den Bedrohungsszenarien zu, bis er schließlich die drei elementaren Robotergesetze erfand:

Asimovs vielzitierte Roboter-Gesetze. Montage: hw
Asimovs vielzitierte Roboter-Gesetze. Montage: hw

Auf diesen bis heute viel zitierten Gesetzen bauten dann die meisten von Asimovs Roboter-Kurzerzählungen und Romanen auf, sie begründeten seinen Weltruhm als Sci-Fi-Autor. In ihnen prägte er den Begriff der „Robotik“, der auch in den wissenschaftlichen Sprachgebrauch Einlass fand. Sein Einfluss reichte soweit, dass sich sogar ein Großunternehmen in der realen Welt nach der fiktiven Weltfirma „U.S. Robots and Mechanical Men“ in dieser Sammlung benannte: der Modem-Pionier „U.S. Robotics“

1982 veröffentlichte der „Nightfall“-Verlag eine Sammlung von Asimovs Short Stories unter dem Titel „The Complet Robot“, die in Deutschland als „Alle Robotergeschichten“ erschien. Und diese Kollektion ist nicht nur für Fans ein gefundenes Fressen, sondern auch für den Literaturhistoriker und den Robotiker interessant, spiegelt sie doch den Wandel in Asimovs Schaffen und die Rezeption von Robotern in der Gesellschaft über Jahrzehnte hinweg.

Androiden-Kopf aus der Verfilmung "I Robot". Abb.: Shao19/Wikipedia
Androiden-Kopf aus der Verfilmung "I Robot". Abb.: Shao19/Wikipedia

Die Frühgeschichten wie eben „Robbie“, „Sally“ oder „AL 76 geht in die Irre“ (Roboter flüchtet aus der Fabrik, erfindet bei einem Farmer einen einzigartigen Super-Disruptor und vergisst auf des Farmers Befehl dann „alles“ und damit auch unbeabsichtigt die Baupläne den hochmodernen Geräts) sind noch ganz klassische Science Fiction. Erst als Asimov seine Robotergesetze entwirft und die ethischen, gesellschaftlichen und technologischen Fragen beim Breiteneinsatz von Robotern in seinen Stories diskutiert, wird er zum Pionier und Spiegel des Zeitgeistes gleichermaßen. Bemerkenswert sind die Parallelen zu seinem „Foundation“-Zyklus, in dem er ja lange Zeit die Idee verfocht, die Zukunft sei plan- und voraussehbar, wenn man nur die geeigneten technischen und wissenschaftlichen Instrumente dafür schafft. Ähnliches Gedankengut findet sich in seiner Robot-Geschichte „Vermeidbarer Konflikt“, in der er einer Weltplanwirtschaft durch Supercomputer (von Asimov als stationäre Robots gesehen) das Wort redet und sogar Ostblock-Begriffe wie „Kombinate“ verwendet.

Viele seiner Werke wurden später verfilmt. Erinnert sei nur an „I Robot“ oder „Der 200-Jahre-Mann“. Letzteres übrigens eine späte „pathetische“ Robotergeschichte, mit der sich insofern der Schaffenskreis wieder schloss: Dort erzählt Asimov (nicht ganz so kitschig wie im späteren Film) über den Roboter Andrew, der zwei Jahrhunderte lang alles daran setzt, sich elementare Menschenrechte zu erstreiten – und dabei mehr und mehr zum Mensch wird. Heiko Weckbrodt

Isaac Asimov: “Alle Robotergeschichten”, Bastei-Verlag, Köln 2011, neun Euro, ISBN 978-3404233175